DIE ZEIT VERGEHT, DER WERT STEIGT

LÖRICK.  Immer am Puls der Zeit: Bernd Deckert ist mit seinem Museum für Comtoise-Uhren an die Bonifatiusstraße gezogen.

Von Angela Everts.

Einst waren sie in fast jedem französischen Haushalt präsent - die Uhren aus der Provinz Franche-Comté, beziehungsweise Burgung. Heute sind sie beliebte Sammlerobjekte, ähnlich wie die gleichzeitig entwickelten Schwarzwalduhren.

Über zwei Jahrhunderte lang ( ab etwa 1680 ) wurden sie mit einer beinahe unveränderten Mechanik gebaut, wobei sich ihr Äußeres - weniger durch die Mode als durch die technischen Möglichkeiten bedingt - mehrmals verändert hat. Die Uhren waren zuverlässig, reparaturfreundlich und sahen gut aus. So wurden Comtoise-Uhren zu einem Stück frabnzösischer Geschichte, das die politische und wirtschaftliche Entwicklung Frankreichs im 18. und 19.Jahrhundert widerspiegelt.

Das Kuriose daran: Die wohl weltweit größte Sammlung von Comtoise-Uhren mit mittlerweile mehr als 400 Exemplaren befindet sich nicht in Frankreich, sondern in Düsseldorf: zwischen 2001 und 2015 an der Suitbertustraße und seit Anfang Dezember an der Bonifatiusstraße im Herzen von Lörick.

Im Laufe des Berufslebens wurden die antiken Uhren zur großen Leidenschaft von Bernd Deckert. Schon als Schüler kaufte der heute 67-Jährige sein erste Comtoise-Uhr und begann während des Geschichts- und Gepgraphiestudiums weitere Uhren zu kaufen, verkaufen, restaurieren und sammeln. Für die reparatur produzierte er ab 1981 Uhren und Uhrenteile, wie Emaillezifferblätter und anderes.

RUND 400 EXEMPLARE GEHÖREN MITTLERWEILE ZUR SAMMLUNG.

Außerdem veröffentlichte er sein zusammengetragenes Wissen in Büchern und eröffnete 2001 an der Suitbertusstraße das erste öffentlich zugängliche Comtoise-Uhren-Museum.

Die Sammlung wuchs weiter, so dass das Museum 2006 auf eine fast doppelt so große Fläche erweitert wurde. Die Führungen durch sein Bilker Museum gehörten stets zu den Höhepunkten der Adventszeit. Mittlerweile ist das mehr als 400 Exemplare umfassende Museum umgezogen. Als Deckert seinen Produktionsbetrieb an der Suitbertusstraße aufgab, waren die vorhandenen Räume nicht mehr zweckmäßig. So hat er sich in Alt-Lörick neu eingerichtet.

Innen und Außen wirkt das Haus an der Bonifatiusstraße wie ein Altbau, beherbergt aber im Inneren modernste Technik - zum Beispiel eine Solarspeicherheizung und kontrollierte Belüftung. "Dadurch sind die Uhren besser geschützt; außerdem sind flexiblere Öffnungszeiten möglich. Nun sind Wohnung und Museum unter einem Dach", sagt Deckert

An der Adventsausstellung hält Deckert trotz des Umzugs fest. Die erste Führung durch das Museum findet morgen - am vierten Adventssonntag - ab 11 Uhr statt.

INFOS

FÜHRUNG    Der Eintritt ist frei. Um Anmeldung wird gebeten

KONTAKT     Bernd Deckert, Comtoise-Uhren-Museum, Bonifatisstraße 61, Alt-Lörick,      Tel. 33 4545   E-Mail: deckert@comtoise.de

 

 

 1 WZ 19.12.2015
2. WZ 2015